23 Mai 2016

Du wirst immer genug haben, Mama: Ein kleiner Satz mit großer Wirkung

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„Mama, wann gehst Du eigentlich in Rente?“, fragt mich mein Sohn vor ein paar Tagen. „Überhaupt nicht“, antworte ich ihm. „Selbständige gehen nicht in Rente. Sie arbeiten so lange, bis sie genügend Geld haben, um den Rest ihres Lebens gut leben zu können.“ Mein Sohn schaut mir über die Schulter auf den Bildschirm meines Laptops. Ich sitze gerade an der Schlusskorrektur für mein neues Buch.

„Und wann ist das bei dir?“, fragt er weiter. Ich sage: „Das kommt darauf an, wann ich das Geld zusammen habe. Außerdem macht mir meine Arbeit Freude, ich denke noch nicht ans Aufhören!“ Er schaut mir weiter über die Schulter und sagt: „Du wirst immer genug haben, Mama.“

Ich halte inne. Sein Satz berührt mich ganz tief im Innern. „Wie kommst du darauf?“, frage ich ihn. Ich denke: Jetzt sagt er gleich: Weil du so eine tolle Autorin und Verlegerin bist. Weil du so viele schöne Bücher schreibst und man sie in der Buchhandlung sehen kann … Stattdessen sagt er: „Weil ich dann schon Fußballer bin, wenn du soweit bist!“

Ich lache laut auf. So ist das also. Mein Sohn denkt nicht an meine Fähigkeiten zum Geldverdienen und zur ausreichenden Versorgung im Alter .. er denkt an SEINE Fähigkeiten und die Verwirklichung SEINES Traums – und dass diese dann auch mich beinhalten.

Das ist mein Sohn. Dafür liebe ich ihn. Er hat einen festen Glauben an sich selbst. Auf dem Fußballplatz ist er in seinem Element. Alles, was er dort anpackt, fällt ihm leicht, fliegt ihm fast zu. So ist das, wenn wir in unserem Element sind – wie Clay Marzo und sein Surfbrett in „Die Welle meines Lebens“. In unserem Element vergessen wir die Zeit. Und interessanterweise verdienen wir damit auch oft das meiste Geld, wenn wir unseren Beruf auf die Dinge ausrichten, die uns leicht fallen und uns Spaß machen.

Noch Tage später spüre ich die Wirkung des Satzes: „Du wirst immer genug haben, Mama.“

Eine ganz tiefe Ruhe breitet sich in mir aus, wann immer ich den Satz meines Sohnes innerlich wiederhole. Du wirst immer genug haben … Was für ein Satz! Was für eine enorme Kraft unsere Worte haben! Es wird mir in diesem Moment wieder bewusst.

Ich habe mit vielen Menschen in den letzten Wochen gesprochen. Viele hatten mit großen Herausforderungen zu kämpfen, gerade auch in finanzieller Hinsicht. Menschen, von denen ich es nie erwartet hätte, kamen nur mit Krediten ihrer Eltern oder der Bank über die Runden. Andere standen im Supermarkt – und wussten nicht, ob sie überhaupt etwas zu essen kaufen sollten, weil sie nicht wussten, wie weit ihr Geld dann noch in dieser Woche reichen würde … Gestandene Menschen, denen wir es im Alltag nicht ansehen würden! Das hat mir sehr zu denken gegeben.

Ich bin dankbar, dass mir so viele Menschen so offen darüber berichtet haben. Es nützt doch gar nichts, wenn wir alle immer so tun, als wäre alles in bester Ordnung, wenn es das gar nicht ist. Wir sind doch Menschen. Und wir sind hier, um unsere Erfahrungen zu teilen.

Wer mein Buch „Rein ins Vertrauen: Wie wir jede Welle im Leben nehmen“ gelesen hat, der weiß, dass auch ich schon „meine Momente“ hatte, auf den verschiedensten Ebenen. Wir alle haben das! Das ist wahrscheinlich das Leben. Ich kenne nur ganz wenige Menschen – nein, wenn ich darüber nachdenke, eigentlich niemanden – dessen Leben glatt und „ohne Wellen“ verläuft. Wir wachsen an dem, was wir erleben.

Und es geht wieder bergauf. Immer. Es kommt der Tag – und das weiß ich genauso wie die Menschen, deren Geschichten ich in den letzten Jahren miterleben durfte – es kommt der Tag, an dem wieder die Sonne scheint. Der Himmel reißt auf und von irgendwoher, meist unerwartet, kommen neue Menschen, eine neue Liebe, neue Freunde, neues Geld und auch ein Stück neues Wohlbefinden in unser Leben. Körperlich oder auch mental.

Meine Freundin Eleya aus Santa Monica hat das einmal sehr schön formuliert: Sie sagte: „Weißt Du, Gott ist wie ein Glasbläser. Er zieht uns in dem Moment aus dem Feuer, in dem er seine eigene Reflexion in uns erkennt. Denn wenn er das Glas zu früh aus dem Feuer zieht, geht es kaputt. Zieht er es zu spät heraus, geht es auch kaputt. Er zieht uns genau im richtigen Moment aus dem Feuer.“

Ob wir an Gott glauben oder nicht: Ich finde ihr Bild großartig und ich habe es schon genauso erlebt: Wenn ich auf dem Höhepunkt einer Herausforderung stand und die Wahl hatte, aufzugeben oder diese Herausforderung zu überwinden, und ENTSCHIED mich dann dazu, es zu schaffen und diese Situation zu MEISTERN – in dem Moment wurde ich herausgezogen aus dem Feuer.

Im genau richtigen Moment passieren Dinge, kommen Menschen, Möglichkeiten und auch Gelder in unser Leben, die das Weitergehen möglich machen. Wichtig ist, dass wir im Vertrauen bleiben, gerade in den Momenten, die am düstersten sind und am schwersten. Es geht weiter. Es geht immer weiter! Das rufe ich Euch zu als Frau, als Mutter, als Partnerin, als Unternehmerin, die ich seit 16 Jahren bin und die vollkommen nachfühlen kann, was viele Menschen – ob sie selbständig sind oder angestellt oder arbeitssuchend oder wohnungssuchend oder wohlbefindseinssuchend … gerade durchmachen. Wir alle stehen gerade vor Veränderungen – und vor der größten Tür zur Freiheit, die wir je hatten. Unser Leben hält technisch alle Möglichkeiten bereit, uns zu verwirklichen, zu lernen, zu wachsen und die zu werden, die wir sind. Doch den ersten Schritt – uns zu trauen und JA zu uns selbst zu sagen – müssen wir alleine machen.

Alles, was wir brauchen, kommt zur rechten Zeit in unser Leben. Wenn wir genau hinschauen und zurückschauen auf unser Leben, dann ist dies schon oft passiert und kann jederzeit wieder passieren – jetzt, in diesem Moment.

Springen wir rein in dieses Leben mit seinen vielen schönen Möglichkeiten! Werden wir zum Wellenreiter wie Clay Marzo, der die Wellen als „Spielzeuge Gottes“ bezeichnet – weil sie so einzigartig und wunderschön sind, dass man fast überwältigt sein könnte von ihrer kraftvollen Anmut.

„Ich werde immer genug haben.“ Nutze den Satz für dich selbst oder schenk´ ihn noch heute einem Menschen, von dem Du weißt, dass er sich gerade mit Ängsten plagt.

Unsere Gedanken haben Kraft und Wirkung. Unsere Gedanken lassen Träume wahr werden. Manche davon sind so groß wie ein Fußball. Und manche so hoch wie die meterhohen Wellen vor der Küste von Hawaii. Wir sind es, die unsere Träume machen und leben. Mit jedem Gedanken. Mit jedem Wort. Ich bin meinem Sohn dankbar, dass er so fest an sich glaubt, und dass er mir diesen Satz geschenkt hat.

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